Ehre, wem Ehre gebührt

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Zum ersten Mal veranstaltete am Donnerstag, 26. Mai das Klinikum Oldenburg für seine Ehrenamtlichen ein Spargelessen mit Musik im Klinik-Restaurant.

Oldenburg, den 30. Mai 2016. 66 Ehrenamtler sind gekommen, um nicht nur gut zu essen, sondern auch um verdiente Kollegen zu verabschieden und Doris Jande aus der Patientenbücherei zum 25-jährigen Jubiläum zu gratulieren. Noch mehr Dienstjahre, nämlich 30 Jahre, konnte die Leiterin der Patientenbücherei Heide Homann nachweisen, die an diesem Tag offiziell gemeinsam mit Jutta Schramm und Ursula Töpken (beide aus der Kinderbücherei) und Ernst-Otto de Vries (Lotsendienst) verabschiedet wurde.

Die stellvertretende Geschäftsführerin Martina Heyen und die Pflegedirektorin Oberin Birgit Plaschke bedankten sich bei den Ehrenamtlichen. „Ohne unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter wäre vieles im Klinikum undenkbar. Ihr Engagement trägt vor allem dazu bei, dass sich Patienten bei uns gut aufgehoben fühlen. Das ist ein wichtiger Aspekt bei der Genesung, “ sagte Birgit Plaschke und Martina Heyen meinte zu den verabschiedeten Ehrenamtlern: „Wir lassen Sie ungern ziehen und möchten uns nochmals ausdrücklich für Ihre langjährige Unterstützung bedanken. Wir wünschen Ihnen vor allem Gesundheit, damit Sie mit Ihrer Familie noch viele Jahre genießen können.“

Das Spargelessen kam bei den Ehrenamtlichen sehr gut an. „Ich denke, das Spargelessen wird neben unserer alljährlich stattfindenden Weihnachtsfeier eine feste Einrichtung werden, “ versprach Birgit Plaschke am Ende der Veranstaltung.

Informationen zum Ehrenamt im Klinikum:
Im Klinikum sind derzeit 94 Menschen ehrenamtlich tätig. Sie arbeiten in verschiedenen Bereichen: in der Patientenbücherei, in der Kinderbücherei der Kinderklinik, im Lotsendienst, im Besuchsdienst, als Patientenfürsprecher und als Strickerinnen in der Kinderklinik sowie als Helfer im Gottesdienst der Krankenhausseelsorge.

Zur Verabschiedung von Heide Homann nach 30 Jahre Ehrenamt
Am 30. April 1986 nahm Heide Homann ihre ehrenamtliche Tätigkeit in der Patientenbücherei des Klinikums auf. Auf die Frage, warum sie gerade dieses Ehrenamt wählte, meinte Heide Homann: „Wie so vieles im Leben, war es ein Zufall. Als ich nach Oldenburg kam, kannte ich niemand. Da bin ich einem Literaturkreis beigetreten, in dem auch eine Diplom-Bibliothekarin saß, die ehrenamtlich im Klinikum tätig war. Sie erzählte mir von dieser Arbeit und ich wusste gleich, dass ich dazu auch Lust hätte.“ Die Krankenhausatmosphäre kannte sie damals schon. „Ich bin ausgebildete Kinder-krankenschwester und habe als solche auch gearbeitet.“ Ihre gesamte Lebensgeschichte liest sich wie ein Roman. Heide Homann ist in der ehemaligen DDR aufgewachsen und im Jahr 1966 geflohen, um ihren Mann heiraten zu können. Mit ihm war sie dann 15 Jahre in Afrika, bevor sie 1986 nach Oldenburg kam.

An ihren ersten Tag konnte sie sich noch gut erinnern. „Die Arbeit hat mir sofort viel Spaß gemacht. Ich empfand den Umgang mit den Patienten und den Büchern als große Bereicherung.“ Es folgte eine Ausbildung zur Büchereiassistentin und 1988 übernahm sie die Leitung der Bücherei. Zu dieser Zeit befand sich die Bibliothek noch im dritten Stock. „Wir hatten damals einen Raum mit viel Platz, aber er lag sehr abgelegen.“ 1997 erfolgte der Umzug ins Erdgeschoss, ehemals Cafeteria und seit 2009 im Eingangsbereich des Klinikums. „Die Umzüge waren sicher jedes Mal eine Herausforderung, aber auch eine stetige Verbesserung“, erzählt Heide Homann rückblickend und ergänzt: „Der Eingangsbereich ist für mich der beste Platz für eine Bücherei.“ Im Laufe der Jahre hat Heidi Homann viel erlebt. „Es war immer spannend mit dem Bücherwagen durchs Haus zu fahren und an Patientenzimmer zu klopfen. Nie wusste man, was einen da erwartet. Aber stets haben wir sehr viele positive Rückmeldungen der Patienten bekommen.“ Es gab immer wieder Entwicklungen und Trends, auf die die Patientenbücherei reagieren musste. „Eine Zeitlang waren Hörbücher sehr beliebt und wir haben viele Filme ausgeliehen. Das ebbte aber mit dem Aufkommen der E-Books und dem Internet-Fernsehen ab. Heute leihen wir beispielsweise immer mehr Zeitschriften aus. Aber auch das ehrwürdige Buch in Papierform ist immer noch gefragt. Das wundert mich nicht, denn Buch bleibt immer Buch.“

Eines ist ihr am Ende der ehrenamtlichen Tätigkeit sehr wichtig. „Ich kann sagen, dass wir immer vom Klinikum unterstützt worden sind, so dass wir nicht nur unser Angebot stetig vergrößern und aktualisieren, sondern auch Lesungen veranstalten konnten.“ Jetzt will Heide Homann vor allem mehr Zeit mit den Enkeln verbringen. „Ich bin jetzt 75 Jahre alt und finde, 30 Jahre sind genug. Nun möchte ich meiner Familie mehr Aufmerksamkeit widmen. Ich werde aber immer mit der Patientenbücherei und dem Klinikum besonders verbunden bleiben.“ Der Dank für diese Treue ist ihr gewiss. „30 Jahre Ehrenamt ist auch im Klinikum Oldenburg eine Besonderheit“, weiß die stellvertretende Geschäftsführerin Martina Heyen, „Frau Homann hat all die Jahre mit Umsicht nicht nur die Patientenbücherei geleitet, sondern auch mit ihrem Team viel zur Lesefreude unserer Patienten, aber auch Mitarbeiter beigetragen. Wir werden sie auf jeden Fall sehr vermissen, obwohl wir natürlich wissen, dass sie uns nicht nur ein eingespieltes Team hinterlässt, sondern auch als Nachfolgerin Frau Röben, die sicherlich die erfolgreiche Arbeit fortsetzen wird.“

Bild: Klinikum Oldenburg