Vorgetäuschte Entführung von zwei Personen

Am 28.07.2016, gegen 00:48 Uhr teilt ein 18 jähriger Rasteder über Notruf der Polizei mit, dass er soeben eine SMS seiner 18 Jahre alten Freundin aus der Gemeinde Edewecht erhalten habe, nach der sie und eine weitere Person gegen deren Willen festgehalten werden. Wenig später teilt der Hinweisgeber der Polizei mit, dass er weitere SMS von seiner Freundin erhalten habe, dass ein Auto vorgefahren sei und sie angegriffen werde. Außerdem seien die Freundin und der Begleiter in ein Fahrzeug gezogen worden. Die beiden Entführten konnten den Entführungsort jedoch nicht benennen. Aufgrund diese Sachverhaltsschilderung werden insgesamt fünf Streifenwagenbesatzungen eingesetzt.

Der Hinweisgeber macht gegenüber der Polizei einen sehr aufgelösten und daher glaubhaften Eindruck. Er war hektisch und besorgt um seine Freundin und nahm den Sachverhalt sehr ernst. Eine weitere SMS besagt, dass die Freundin in Gefahr sei und festgehalten werde. Erst 15 Minuten später kann eine weitere Kontaktaufnahme zu den „Entführungsopfern“ erfolgen. Es wird den Opfern erklärt, dass die Polizei schon vor Ort sei und die Suchmaßnahmen angelaufen seien. Außerdem sei ein Streifenwagen zu ihr nach Edewecht unterwegs.

Daraufhin erklärt sich die 18 jährige Freundin, dass sie nicht in Edewecht, sondern in Wahnbek sei und das es ihr gut ginge. Auf direkte Frage erwiderte das „Opfer“, dass es gar nicht entführt worden sei, sondern bei einem guten Bekannten sei. Gemeinsam mit dem 35 jährigen Wahnbeker habe sie ihren Freund kontaktiert und die „Notlage“ vorgetäuscht. Den beiden „Opfern“ wurde erläutert, dass sie sich der Straftat „Vortäuschen einer Straftat“ verdächtig gemacht haben und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird. Die Freundin hatte in der Zwischenzeit bereits belastende Nachrichten von ihrem Handy gelöscht. Im Chat-Verlauf waren diese jedoch bereits gesichert worden. Die 18 jährige und der 35 jährige waren sich keiner Schuld bewusst. Sie seien rechtschaffende Bürger und hätten sich nichts zu Schulden kommen lassen. Die 18 jährige war lediglich leicht alkoholisiert, der 35 jährige nüchtern. Gegen die Beiden wird jetzt nicht nur das Strafverfahren geführt. Der Polizeieinsatz wird ebenfalls zu bezahlen sein, da sie durch ihr Fehlverhalten, diesen polizeilichen Einsatz ausgelöst haben. (PM)

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