Schulprojekt zu Plastikmüll im Meer

Neue Unterrichtskonzepte sollen Umweltbewusstsein fördern

Oldenburg. Wie wirkt sich Plastikmüll auf die Meere aus? Und wie können wir erreichen, dass Meere künftig nicht mehr durch Abfall belastet werden? Um Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II und Lehrkräften diese und andere Fragen des Meeresschutzes nahe zu bringen, will die Oldenburger Biologiedidaktikerin Prof. Dr. Corinna Hößle gemeinsam mit Dr. Holger Winkler vom Oldenburger Institut für Chemie und Biologie des Meeres und Dr. Antje Wichels vom Alfred-Wegener Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung auf Helgoland neue Unterrichtskonzepte entwickeln. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das Vorhaben für 3 Jahre mit insgesamt 110.000 Euro.

Nach der Europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie müssen die einzelnen Länder der EU bis zum Jahr 2020 so handeln, dass sie einen guten Zustand der Meeresumwelt erreichen. Dazu zählt, dass Abfälle die Meere nicht weiter belasten sollen. Um das Umweltbewusstsein zu stärken, soll das Thema Meeresmüll auch im Unterricht künftig eine größere Rolle spielen und in Lehrpläne einfließen. Im Rahmen des Projekts wollen die Wissenschaftler daher neue didaktische Konzepte entwickeln, die Schülern das Thema Umweltschutz und nachhaltige Nutzung von Ressourcen anhand von Plastikmüll praxisnah vermitteln. Die Schüler sollen so lernen, selbst Probleme zu bewerten, Folgen einzuschätzen und entsprechend zu handeln.

In enger Zusammenarbeit zwischen dem außerschulischen universitären Lernlabor Wattenmeer und dem Schülerlabor OPENSEA des AWI auf Helgoland entwickeln die Projektpartner dafür verschiedene Lernsequenzen. Diese kombinieren sie jeweils mit Freilandarbeit, wie  Probennahme am Strand, oder mit Laborexperimenten. So können Schüler ein umfassendes Hintergrundwissen zum Thema Plastik erwerben, etwa über die CO2-Bilanz oder ökonomische Alternativen, sowie Wissen darüber, wie sich Plastik und Mikroplastik auf Meeresökosysteme und Nahrungsnetze auswirken. Außerdem lernen sie Ansätze kennen, die helfen, Müll zu vermeiden oder richtig zu entsorgen. Eine Begleitstudie ermittelt, wie sich die ethische Bewertungskompetenz und das Wissen über nachhaltigen Konsum der beteiligten Schüler durch die Lernsequenz verändert. Angehende Lehrer können die neuen Module im Rahmen der universitären Ausbildung erproben.