Der Niedersächsische Heimatbund kürt den Drögen-Hasen-Weg in Oldenburg zur Allee des Monats November 2017

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Bild: Heimatverein Wechloy - Drögen-Hasen-Weg um 1956
Bild: Max Peters – Drögen-Hasen-Weg 2017

Der Drögen-Hasen-Weg ist die Allee des Monats November 2017 des Niedersächsischen Heimatbundes e.V. (NHB)! Der Weg führte früher durchs Ortszentrum von Wechloy und war mit Kopfsteinpflaster versehen. 1856 entschied der Bauernvogt Gerd Bruns 137 Stiel-Eichen entlang der Dorfstraße zu pflanzen – die Allee ist also bereits über 160 Jahre alt. Die Eichen stehen zum Großteil noch heute und wurden 1991 per Verordnung zum Naturdenkmal der Stadt Oldenburg erklärt und stehen dadurch unter Schutz. In der Begründung wird festgehalten, dass durch den gleichmäßigen Wuchs der Bäume zu allen Jahreszeiten der Eindruck eines „Hallencharakters“ vermittelt werde und die Allee wegen ihrer besonderen Eigenart und Schönheit im Stadtgebiet von Oldenburg selten sei. Der NHB teilt diese Ansicht und zeichnet die knapp 1,5 km lange Allee daher als Allee des Monats November 2017 aus. Der Weg ist nach der Gastwirtschaft „Zum Drögen Hasen“ benannt, die sogar schon seit 1846 besteht. Auch hier hatte Gerd Bruns seine Hände im Spiel, der 1848 die Konzession für die „Krug- und Schenkwirthschaft“ erhielt. Die Allee ist somit nicht nur aus naturschutzfachlicher Sicht wertvoll, sondern zeugt von der Kulturgeschichte Wechloys als heutiger Stadtteil von Oldenburg. Der „Heimatverein Wechloy“ pflegt dabei nicht nur die plattdeutsche Sprache und das heimatliche Brauchtum, sondern ist laut Satzung auch zum Umwelt-, Landschafts- und Denkmalsschutz verpflichtet und trägt so zum Erhalt des Drögen-Hasen-Wegs bei.

Zum Hintergrund des Alleenschutzes folgende allgemeine Informationen: Seit Jahrhunderten prägen Alleen das Landschaftsbild Niedersachsens. Sie sind wertvolles Naturgut und zudem auch kulturhistorisch bedeutsam. Straßenbegleitende Alleen sind allerdings aufgrund des Ausbaus von Straßen und durch fehlende Nachpflanzungen in ihrem Bestand gefährdet. Bisher besteht auch weder bei Landkreisen noch bei Landesbehörden Kenntnis über den Umfang des Alleennetzes in Niedersachsen. Der Niedersächsische Heimatbund e.V. erstellt daher im Rahmen des von der Niedersächsischen-Bingo-Umweltstiftung geförderten Projekts „Die 500 schönsten und wertvollsten Alleen Niedersachsens“ mit Hilfe der Bevölkerung bis Mitte 2018 erstmals eine repräsentative Übersicht der wichtigsten und schönsten Alleen Niedersachsens (www.niedersaechsischerheimatbund.de/projekte/alleen-in-niedersachsen/). Damit soll eine Grundlage für die Erhaltung der Alleen geschaffen werden. Unter www.alleen-niedersachsen.de kann jede Bürgerin/jeder Bürger uns eine Allee mitteilen.

(PM)