Die nächsten Monate werden hart

Die finanzielle Situation des Central-Theaters Brake hat sich zugespitzt: Es werden dringend rund 370.000 Euro gebraucht. Nun sind auch die Bürgerinnen und Bürger zur Solidarität aufgerufen.

BRAKE. „Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos.“ Dieser Spruch aus dem Volksmund ist zwar ein wenig abgedroschen, aber auf die finanzielle Situation des Central-Theaters Brake (CTB) trifft er trotzdem zu.

Während der jüngsten Generalversammlung schockierte CTB-Leiter Norbert Ostendorf die 54 anwesenden Genossenschaftsmitglieder mit aktuellen Prognosen und Berechnungen. Demnach hat das CTB mit dem Aufbringen der laufenden Kosten keine Probleme. Aber die Sanierung des Gebäudes kostet insgesamt 809.405 Euro – deutlich mehr als bisher erwartet. 440.000 Euro aus dieser Summe gelten als gesichert. Dafür wurden verschiedene Quellen erfolgreich angezapft und Eigenmittel mobilisiert. Nun fehlen noch 369.405 Euro. Aufgebracht werden müssen sie innerhalb eines Jahres – am besten noch schneller.

Zurzeit (erst oder schon) 367 CTB-Genossen

Damit diese Kraftanstrengung gelingt, sind neben der Politik auch alle kulturinteressierten Bürgerinnen und Bürger aus der Wesermarsch und darüber hinaus gefragt. Norbert Ostendorf und seine Mitstreiter aus Vorstand und Aufsichtsrat rufen deshalb zur Solidarität auf, damit das CTB als einmalige Veranstaltungsstätte mit einem ganz besonderen Ambiente erhalten bleibt. Formen der Unterstützung gibt es – je nach Geldbeutel – mehrere. Eine der Möglichkeiten ist der Erwerb von Genossenschaftsanteilen zu jeweils 100 Euro: Zum Ende des Geschäftsjahres 2016 zählte das Centraltheater Brake 336 Mitglieder, die 498 Geschäftsanteile hielten. Bei der jüngsten Generalversammlung war die Zahl der Genossen auf 367 angestiegen.

Eine andere Möglichkeit besteht in der Patenschaft für ehemalige Kinostühle – eine Idee, die Brakes Bürgermeister Michael Kurz bei der Generalversammlung ins Gespräch gebracht hatte.

Das deutliche Plus bei den erforderlichen Ausgaben lässt sich Norbert Ostendorf zufolge mit den neuen Auflagen der Versammlungsstätten-Verordnung erklären. Unter anderem muss die 120 Jahre alte Dachkonstruktion beseitigt und durch eine neue ersetzt werden. Neue Belüftungsanlagen werden ebenso benötigt wie neue Beleuchtungen. Eine Akustikdecke muss angebracht, die Bühne umgebaut werden. Und das ist nur ein Auszug aus der „to-do“-Liste.

„Ohne die Ehrenamtlichen würde nichts funktionieren“

Diese Investitionen dürften sich allerdings bezahlt machen. Im Geschäftsjahr 2016 waren nur bis zum 31. März Veranstaltungen möglich. Denn zu diesem Zeitpunkt lief die Betriebserlaubnis aus. Trotzdem war die Besucherzahl des Quartal durchaus vorzeigbar. Denn 5.567 Menschen nahmen an den diversen Veranstaltungen teil; darunter waren 3.840 Kinobesucher.

Die Durststrecke für Kino-Fans dauerte vom 1. April 2016 bis zum 31. August 2017: Seit dem Sommer dieses Jahren lockt die Leinwand wieder. Dafür musste das Kino 2 wiederbelebt werden. „Das war ein echter Kraftakt“, schildert Norbert Ostendorf. Unter anderem mussten 20 Tonnen Bauschutt entfernt werden. „Ohne unsere ehrenamtlichen Helfer und die Unterstützung einiger örtlicher Firmen wäre das nicht möglich gewesen“, freut sich Ostendorf. Und überhaupt: „Ohne die Ehrenamtlichen würde das gesamte Projekt gar nicht funktionieren.“ Das Publikum weiß die Wiedereröffnung des Kinos 2 offenbar zu schätzen. Von Ende August bis Ende November wurden immerhin fast 2.500 Tickets verkauft. „Auf solche Zahlen darf man stolz sein“, findet Norbert Ostendorf.

Er weiß, dass die nächsten Monate allen Freunden des CTB eine Menge abverlangen werden. Doch der CTB-Leiter bleibt optimistisch. „Manchmal“, philosophiert er, „kann man mit den Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, ein Haus bauen.“

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