Stabiler Wasserpreis und Zukunft des Grundwasserschutzes im Mittelpunkt

Nordwesten. Stabile Wasserpreise und das Inkrafttreten der neuen Düngeverordnung waren Thema der Verbandsversammlung des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV). Im Akademiehotel Rastede ging es am Vormittag zudem um ein Trinkwasserspender-Projekt an Grundschulen sowie um Investitionen in 2018. Im kommenden Jahr wird der OOWV rund 43,3 Millionen Euro in Anlagen und Netze im Abwasserbereich investieren, zudem fließen rund 30,5 Millionen Euro in die Trinkwasserinfra­struktur.

„Ob Trinkwasserversorgung oder Abwasserentsorgung: Der OOWV stand auch in diesem Jahr für Verlässlichkeit und hohe Qualität“, sagte Verbandsvorsteher Sven Ambrosy. In seiner Rede griff er die größte Strukturveränderung in der Geschichte des Verbandes auf: Seit 2015 stärkt der OOWV seine regionale Präsenz, ordnet Abläufe neu und baut Doppelstrukturen ab. „Wir wollten näher dran sein an den Kommunen. Das haben wir durch die Einteilung unseres Verbandsgebiets in sieben Regionen, die jetzt von Regionalleitern geführt werden, geschafft. Das Fundament ist gelegt, um flexibler und schneller auf die Anliegen unserer Mitglieder eingehen zu können“, so Sven Ambrosy.

Positiv entwickelten sich auch die Energiekosten. Wasserwerke und Kläranlagen zählen durch den ständigen Betrieb von Maschinen und Pumpen zu den höchsten Stromverbrauchern. Durch technische Erneuerungen und die Eigenerzeugung von Strom konnten die Energiekosten im Trinkwasserbereich um 460.000 Euro sowie im Abwasserbereich um 136.000 Euro gesenkt werden.

Auf positive Resonanz traf das Projekt „trink!wasser“: Der OOWV stattet in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsämtern in den Landkreisen Oldenburg und Vechta unter dem Dach der Gesundheitsregion Grundschulen mit Trinkwasserspendern aus. „Wir fördern die gesunde Ernährung, indem Süßgetränke, die Karies verursachen, aus den Klassenzimmern verbannt werden. Und wir schlagen die Verbindung zum Wasserkreislauf, der in den Grundschulen im Unterricht behandelt wird“, erläuterte Geschäftsführer Karsten Specht. Die Folge: Immer mehr Schulen bewerben sich um eines der robusten Geräte. Begonnen hat das Projekt im Jahr 2016 im Landkreis Oldenburg. Es soll im nächsten Schritt auf das gesamte Verbandsgebiet ausgeweitet werden.

Die Zukunft des Grundwasserschutzes stand im Mittelpunkt eines Vortrags von Franz Jansen-Minßen, Leiter der Düngebehörde in Niedersachsen. Er berichtete über die Folgen neuer Regeln, die durch den Gesetzgeber erlassen wurden. „Mit den neuen düngerechtlichen Regelungen des Bundes und der Länder rückt die exakte Ermittlung und Einhaltung des Düngebedarfs der Kulturpflanzen in den Fokus des Flächenbewirtschafters. Wo bisher die Vermutung der bedarfsgerechten Düngung galt, stehen künftig neue bußgeldbewehrte Kontrollwerte. Zusammen mit den Sperrfristregelungen und den Anforderungen an den Lagerraumbedarf für Wirtschaftsdünger steht die Landwirtschaft damit am Beginn einer neuen Zeitrechnung im Düngerrecht. In der Summe aller Regelungen wird der Grundwasserschutz erheblich verbessert“, sagte Franz Jansen-Minßen.

Der OOWV ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und arbeitet ohne Gewinnerzielungsabsicht. Der Verband zählt zu den zehn größten Wasserversorgern in Deutschland. Er betreibt 15 Wasserwerke und 46 Kläranlagen. Mit mehr als 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie zehn Ausbildungsberufen gehört der OOWV zu den wichtigen Arbeitgebern im Nordwesten. (PM)

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